Glovico – Fair Trade-Sprachunterricht per Skype

Eine geniale Idee, wie ich finde, ist es, beim Erlernen einer Fremdsprache zu wissen, dass man anderen Menschen damit helfen kann. Dies dachte sich auch Glovico-Gründer Tobias Lorenz und hat im vergangenen Jahr mit dieser Start-Up-Idee einen super Start hingelegt.

Muttersprachler aus Entwicklungsländern geben Sprachunterricht per Skype. Davon profitieren beide Seiten: Für uns hier sind die Sprachkurse mit durchschnittlich 7 bis 8 Euro pro Stunde sehr günstig, dennoch erfolgt der Unterricht bei jemandem, der die jeweilige Sprache perfekt beherrscht, und dadurch, dass man zur Konversation “gezwungen” ist, lernt man in kurzer Zeit relativ viel. Die Sprachlehrer erhalten bis auf geringe Abzüge, die Glovico für die Deckung der eigenen Kosten einbehält, den Betrag auch tatsächlich ausgezahlt, sodass sie für die Verhältnisse in ihrem Land immer noch viel verdienen.

Das Schöne ist, dass es den Mitarbeitern von Glovico nicht um den Profit geht, denn das Unternehmen wurde gemäß dem Grundsatz des Social Entrepreneurship gegründet, d.h. es geht vor allem darum, Menschen aus noch nicht so weit entwickelten Ländern zu helfen. Hierbei erklärt Glovico-Gründer und Geschäftsführer Tobias Lorenz, das Konzept richte sich nicht an die Ärmsten der Armen, sondern an die Mittelschicht der jeweiligen Länder – Menschen, die über einen Internetzugang und idealerweise eine Ausbildung im pädagogischen Bereich verfügen, die aber trotzdem gerne durch die selbstständige Arbeit und den Sprachunterricht Geld verdienen möchten.

Glovico steht – passend zum Unterrichtskonzept – für Global Video Conference und so gibt es neben den konventionellen Einzelstunden mittlerweile auch Gruppenstunden per Konferenzschaltung. Das Angebot umfasst derzeit Spanisch-, Englisch- und Französischunterricht, und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Stunden wirklich Spaß machen, witzig sind, und somit eine willkommene Abwechslung zu herkömmlichen Sprachkursen darstellen! Erreichbar unter glovico.org wird jeder Lehrer einzeln vorgestellt und auch die Kosten für eine Stunde Sprachunterricht werden transparent dargelegt.

Viel Spaß beim Skype-Sprachunterricht!

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Eats, Shoots & Leaves

Wer kennt das nicht: Beim Lernen einer Fremdsprache bereiten vor allem die Grammatik- und Zeichensetzungsregeln Probleme. Kommt nun vor “that” im Englischen ein Komma, weil vor “dass” im Deutschen schließlich auch eines stehen muss? Und wann werden Relative Clauses mit Kommata vom restlichen Satz abgetrennt, und wann nicht? – Wenn sich Ihnen als Fremdsprachenlerner diese Fragen stellen, seien Sie beruhigt: Den englischen Muttersprachlern geht es da nicht anders! Das hat auch die Radiomoderatorin und Autorin Lynne Truss bemerkt, und sich gedacht, dass es so nicht weitergehen kann und hat deshalb gleich ein ganzes Buch zum Thema englische Interpunktion verfasst. Ihr Buch “Eats, Shoots & Leaves – The Zero Tolerance Approach to Punctuation” informiert auf unterhaltsame Weise über Kommata, Semikolons, Doppelpunkte, Ausrufe- und Fragezeichen und weit mehr Satzzeichen, die man im Alltag beim Schreiben benötigt.

Was geschehen kann, wenn man sie falsch setzt, zeigt bereits der Titel des Buches: Eats, Shoots and Leaves stammt aus einem Lexikon, dessen Verfasser sich offensichtlich nicht besonders gut mit den Interpunktionsregeln auskannten. Die Definition, der diese verwirrenden Worte entstammen, ist die des Pandas:

‘Panda. Large black-and-white bear-like mammal, native to China. Eats, shoots, and leaves.’

Aus dieser Definition ist der folgende (zugegebenerweise etwas makabere) Witz entstanden:

Ein Panda kommt in ein Restaurant. Er bestellt ein Sandwich, isst es und beginnt, auf andere Gäste zu schießen. Anschließend steht er auf und geht.

Nicht wirklich lustig? – Dachte ich auch, als ich diesen “Witz” zum ersten Mal gehört habe. Doch wenn man ihn mit der Definition vergleicht, ist es dann doch ganz witzig. Was gesagt werden sollte, war (der Ein oder Andere kann es sich bereits denken):

‘Panda. Large black-and-white bear-like mammal, native to China. Eats shoots and leaves.’ So  bedeutet der letzte Teil der Definition: Frisst Sprossen (shoots) und Blätter (leaves). Setzt man hingegen die Kommata ein, wie es in dem oben genannten Lexikon der Fall war, so liest man plötzlich: ‘Frisst, schießt und verschwindet’.

Dies zeigt also deutlich, wie wichtig Kenntnisse über die Interpunktion (nicht nur für die Verfasser von Lexika) ist. Und mit dem Buch von Lynne Truss macht das “Lernen” dazu auch noch Spaß.

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Ein Lektorat lohnt sich

Ein Gastbeitrag von Frank Eschmann

Wie wir alle wissen, ist es sogar möglich, Texte zu lesen und zu verstehen, dreen Afngnas- und Ednastuchebn sitmemn, auch wenn der Rest des Wortes völlig durcheinandergewürfelt wurde. Zugegeben, es bereitet mitunter ein wenig mehr Mühe, die Wörter zu entziffern, aber unmöglich ist es nicht. Trotzdem reicht es den meisten Professoren nicht, einfach nur einen halbwegs verständlichen Text eingereicht zu bekommen.

Zu einem guten Text gehört viel mehr. Er muss nachvollziehbar und verständlich sein, die Sätze weder zu lang noch zu kurz, zudem soll er sinnvoll mit den entsprechenden Satzzeichen gegliedert werden, um dem Lesefluss eine Struktur zu geben. Vor allem, wenn es sich um ein wissenschaftliches Dokument handelt, zum Beispiel eine Diplomarbeit, Bachelor- oder Masterarbeit, sollte man sorgfältig arbeiten. Schließlich entscheidet die Endnote der Arbeit nicht selten über den Verlauf des restlichen Lebens. In der Regel legen Professoren bei wissenschaftlichen Arbeiten viel Wert auf die Form, also den korrekten Umgang mit Quellen, Zitaten und Fußnoten. Der Student sollte dabei beachten, dass es sich bei Fußnoten um vollständige Sätze handelt, die mit einem Punkt beendet werden. Zudem soll die wissenschaftliche Arbeit logisch gegliedert sein, sodass ein roter Faden sogar für den Fachfremden zu erkennen ist. Auch die vorgeschriebene Länge der Arbeit sollte man beachten. Diese Informationen bekommt man entweder vom betreuenden Professor direkt oder von der zuständigen Fachschaft. Ziel einer Bachelorarbeit kann es demnach nicht sein, ein Exposé mit 250 Seiten zu erstellen, sondern die erworbenen Erkenntnisse in komprimierter und verständlicher Form darzustellen. In der Regel überschreitet eine Bachelorarbeit nicht das Volumen von 50 Seiten. In der Master- oder Diplomarbeit darf man dann schon ein wenig tiefer in die Materie eindringen und Sachverhalte weiter ausbauen, die man in der Bachelorarbeit nur angeschnitten hat. Das Lektorat lohnt sich letzten Endes nicht nur im Hinblick auf eine bessere Abschlussnote, sondern auch auf eine spätere Vermarktung der Arbeit. Jeder Student kann nach erfolgreich abgeschlossenem Studium seine Arbeit zu Geld machen und auf diese Art und Weise das Lektorat leicht wieder refinanzieren.

Allerdings wird sich kein Verlag dazu breitschlagen lassen, eine mit Fehlern gespickte Arbeit in sein Programm aufzunehmen. Wer nach seiner Bachelorarbeit beabsichtigt, noch den Master oder ein Diplom dranzuhängen, profitiert von den Korrekturen und wird dieselben Fehler nicht noch einmal machen. Ein professionelles Lektorat lohnt sich also gleich in mehrfacher Hinsicht.

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Deutsche Sprache, schwere Sprache?

Ich beneide die Menschen nicht, die Deutsch als Fremdsprache lernen. Drei bestimmte Artikel, vier Kasus und jede Menge Ausnahmen von den Regeln, da fällt es selbst so manchem Deutschen schwer, sich zu merken, was denn nun richtig und was falsch ist. Das Englische macht es mit nur einem Artikel und einem Kasus – wenn man hier überhaupt von einem solchen sprechen kann – den Lernenden definitiv einfacher, wohingegen Tschechisch gar sechs Kasus besitzt, und somit noch einen Ticken schwieriger sein dürfte als Deutsch.

Doch wie soll heute noch jemand Deutsch lernen, wenn kaum noch ein Deutscher selbst weiß, dass es nach “wegen” – wegen des Genetivs – nicht “dem Schreiben” sondern “des Schreibens” heißt? Und wem als Kind noch beigebracht wurde, dass Nomen und Satzanfänge groß geschrieben werden, dem beweisen das Internet und viele E-Mails heute das Gegenteil, denn schließlich liest man doch genauso gut wenn man einfach alle wörter klein schreibt und dazu weder punkt noch komma setzt denn satzzeichen werden schließlich völlig überbewertet

So schwierig die deutsche Grammatik auch sein mag (ob sie tatsächlich so unglaublich schwierig ist, steht auf einem anderen Blatt), so präzise vermag die deutsche Sprache aber auch Gedanken ausdrücken zu können. Neben den stets verbalen Formulierungen des Englischen wirken die von Juristen auf die Spitze getriebenen deutschen Nominalphrasen manches Mal durchaus präziser, auch wenn verbale Strukturen oft leichter zu verstehen sind. Vielleicht ist diese Tatsache einer der Gründe, warum sich die deutsche Sprache mittlerweile immer häufiger aus dem Englischen bedient. Ging man früher noch 1995 zur Schule, schließt man heute in 2011 sein Studium ab. Wenn auch widerstrebend, gewöhne ich mich langsam an die örtliche Bestimmung vor der Zeitangabe, doch insgeheim rollen sich mir dabei noch immer die Zehennägel hoch. Auch, dass man heute nicht mehr ein Telefonat führt oder im Büro arbeitet, sondern ein Call hat und im Office ist, begrüße ich mit einem Kopfschütteln. Wie lange mag es wohl noch dauern, bis wir das Call nicht mehr haben sondern haven und im Office be-en?

Aber Sprache lebt nun einmal, und dies in der global und interaktiv vernetzten Welt immer mehr und immer schneller. Damit muss man sich abfinden und dies muss man als solches akzeptieren – vielleicht wird die deutsche Sprache damit zumindest für Lernende ein bisschen einfacher. Dann heißt es demnächst nicht mehr: “Deutsche Sprache, schwere Sprache”, sondern mit einem Tonfall, dem man die Unfähigkeit zur unterschiedlichen Aussprache von ch und sch anhört, nur noch: “Ah, Deutsch, he?”

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Willkommen – Welkom – Bienvenidos – Welcome – Bienvenue – Benvenuti!

Für eine Begrüßung auf mehr Sprachen reichen leider weder diese zwei Zeilen noch meine bisher erworbenen (Fremd)sprachenkenntnisse aus. Dennoch würde ich mich als einen (kleinen) Sprachenfreak bezeichnen – und nicht nur ich selbst tue dies! Die Sprache ist in unserer Welt das Kommunikationsmittel Nummer 1 – das ist, wie ich in einem sehr interessanten Buch erfahren habe, nicht immer so, zum Beispiel bei den Aborigines. Aber dazu ein anderes Mal mehr. – Weil wir aber in unserer westlichen zivilisierten Welt ohne Sprache nun einmal nicht auskommen, halte ich es für wichtig, zumindest ein paar davon zu beherrschen – angefangen natürlich bei der eigenen Muttersprache. Daher stelle ich in diesem Blog innovative, kreative, altbewährte, lustige, ernste, moderne, und interessante  Themen rund um die Welt der Sprache vor; und außerdem zum Reisen. Denn das hilft nicht nur beim Erlernen einer Sprache, sondern unterstützt auch ein besseres Verständnis anderer Kulturen – Sprachen lernen UND Reisen gleichzeitig ist somit in meinen Augen (und meinem Leben) eine perfekte Kombination! Und wer weiß, vielleicht können wir uns irgendwann auch wieder nonverbal verständigen, dann gäbe es das Problem der Sprachbarrieren nicht mehr. Allerdings würde dann auch dieser Blog überflüssig, das wäre sehr schade!

In diesem Sinne – es leben die Sprachen!

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